Schloss Bernburg

Geplant ist, den sogenannten „Christiansbau“ und den barocken Zwischenbau zu sanieren und nutzungsbezogen auszubauen. Im Zentrum stehen die Restaurierung und Konservierung der Denkmalsubstanz sowie die vollständige Sanierung der Gebäude. Teilweise ist eine statische Sicherung erforderlich. Im Sinne einer verbesserten Nutzung und der Erfüllung von öffentlich-rechtlichen Auflagen ist eine barrierefreie Erschließung der Gebäude und der Einbau eines Fahrstuhls geplant. Auch die energetische Modernisierung, die Erneuerung von Heizungs-, Klima-, Sanitär- und Elektroanlagen sowie die Erneuerung der Versorgungsleitungen in den Gebäuden gehören zur Planung.
Nach der Sanierung soll das Deutsche Kabarettarchiv, das bisher das Erdgeschoss des unsanierten Gebäudes genutzt hat, wieder mit Ausstellungs- und Verwaltungsräumen einziehen. Außerdem ist eine Nutzung durch das Stadtarchiv vorgesehen.

Geplant ist die Sanierung des bisher unsanierten Aufgangs zum Eulenspiegelturm. Maßnahmen sind unter anderem die Schwammbekämpfung, die Restaurierung der Innenwand- und Deckenoberflächen, die Restaurierung der Fenster- und Türkonstruktionen, die Restaurierung des Holzhandlaufs und der Eisenteile der Treppe sowie Steinmetzarbeiten und Putzreparaturen im Bereich der Fassade.

Der Schlosshof soll wieder in eine denkmalkonforme Nutzung überführt werden. Hierzu ist – nach archäologischen Untersuchungen – die grundhafte Sanierung der Hoffläche erforderlich. Danach ist geplant, die Hofentwässerung zu erneuern sowie die Hoffläche nach historischem Vorbild zu gestalten und auszubauen. Auch die Beleuchtung des Schlosshofes gehört zu den geplanten Maßnahmen. In Zukunft soll der Hof vermehrt für Veranstaltungen genutzt werden.

 

 

Die seit dem 19. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung „Krone Anhalts“ für das Schloss Bernburg bezieht sich nicht nur auf seine spektakuläre Lage hoch über der Stadt mit Ausblick in die anhaltischen Lande, sondern macht deutlich, dass das Schloss bei aller Verzweigung und Teilung der anhaltischen Fürstentümer zentraler Erinnerungsort und Ursprung der Geschichte des Landes ist.
Diese Bedeutung des Ortes lässt sich über die Region Anhalt hinaus auf das ganze Bundesland ausdehnen. An der Geschichte des Bernburger Schlosses erklärt sich, warum Sachsen und Anhalt eins und nicht getrennt ist. Denn mit dem Tod von Herzog Bernhard, der als Erbe Albrechts des Bären Stadt und Schloss Bernburg zum Zentralort seiner Herrschaft ausbaute, trat 1212 der „Bernburger Erbfall“ ein. Bernhard teilte sein Land unter seinen Söhnen Albrecht und Heinrich in zwei Teile auf. So entstanden die Linien der Herzöge von Sachsen und der Fürsten von Anhalt. Das heutige Sachsen- Anhalt ist daher das aufgeteilte historische Sachsen des Mittelalters, so wie es auch das Landeswappen symbolisiert. Schloss Bernburg ist daher auch Symbolort für die Identität des 1990 wiederbelebten Bundeslandes.
Die Erinnerung an diese Ursprünge gehörten zum Selbstverständnis aller späteren Schlossherren aus den verschiedenen anhaltischen Linien. Deren Stolz auf die Herkunft und die Alterswürde Bernburgs zeigt sich auch in der Baugestalt des Schlosses. Es präsentiert sich heute als eine beeindruckende vielflügelige Anlage, in der die architektonische Entwicklung von der Romanik im Bergfried bis zum Barock im Viktor-Amadeus-Bau ablesbar ist.
Entscheidend für die herausragende bauhistorische Bedeutung von Schloss Bernburg ist dabei die Zeit der Reformation. So entstand zum Beispiel unter Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen, einem der ersten Parteigänger Luthers, an der Nordwestecke hoch über der Saale um 1540 ein wohnturmartiges dreigeschossiges Renaissance-Gebäude von außerordentlicher Qualität.
Zwei Ecktürme in Form geschmückter Runderker sorgen für die Fernwirkung des Schlosses. Eine Besonderheit sind ihre Fenster, die fast ohne trennende Wände aneinanderstoßen und damit innen den freien Blick über das Land erlauben. Hier manifestiert sich das Selbstverständnis des Renaissancefürsten, der sein Land mit Weisheit und Umsicht regiert. Mit Nickel Hoffmann ist dies das Werk des bedeutendsten Architekten der mitteldeutschen Renaissance.